Augenheilkunde
Rote, tränende oder trübe Augen gehören zeitnah untersucht — in jeder filu Praxis.


Woran erkennst du, dass das Auge deines Tieres Hilfe braucht?
Augen sind das Organ, bei dem Abwarten am teuersten wird. Was am Montag noch nach einem gereizten Auge aussieht, kann am Mittwoch ein tiefer Hornhautdefekt sein. Und Tiere zeigen Augenschmerz anders als wir: sie kneifen, reiben, gehen ins Dunkle oder werden einfach still. Lass uns draufschauen, wenn dir eines davon auffällt: Das Auge tränt, ist rot oder zugekniffen. Dein Tier reibt mit der Pfote daran oder scheuert den Kopf. Die Hornhaut wirkt trüb, milchig oder bläulich. Die Pupillen sind unterschiedlich groß. Dein Tier stößt sich in bekannter Umgebung an oder wird im Dunkeln unsicher. Und ein Punkt, der uns wichtig ist: Bitte keine Augentropfen aus der Hausapotheke oder vom letzten Mal. Manche Wirkstoffe verschlimmern einen Hornhautdefekt deutlich, statt ihn zu heilen.
Unsere augenärztlichen Leistungen
Augencheck und Erstdiagnostik
Jede Augenuntersuchung beginnt gleich: Wir schauen uns das Auge im Detail an, prüfen die Tränenproduktion und färben die Hornhaut an, um Defekte sichtbar zu machen. Daraus ergibt sich, ob wir es mit einer Reizung, einer Entzündung oder einem Notfall zu tun haben. Diese Basisuntersuchung bekommst du in jeder filu Praxis.
An einzelnen Standorten (München Schwabing, München Wiener Platz, Hannover, Düsseldorf) kommt im Rahmen der Augenuntersuchung zusätzlich die Spaltlampe zum Einsatz. Sie ist eines der wichtigsten Untersuchungsgeräte: Durch die 10- bis 16-fache Vergrößerung lassen sich kleine Veränderungen genauer beurteilen und Lageveränderungen einzelner Strukturen erkennen (z. B. eine Linsenluxation) — wichtig, wenn ein Befund unklar bleibt.
Augennotfälle
Manches am Auge verträgt kein Abwarten. Ruf uns direkt an, wenn dein Tier plötzlich nicht mehr sieht, ein Auge stark hervortritt, eine sichtbare Verletzung hat oder ein Auge zukneift und dabei deutlich Schmerzen zeigt. Auch ein hartes, gerötetes Auge mit weiter Pupille gehört sofort untersucht — dahinter kann ein akuter Druckanstieg stecken. Der Druck muss innerhalb von 24 bis 48 Stunden gesenkt werden, damit die Sehkraft noch eine Chance hat.
Bindehaut-, Hornhaut- und Lidrandentzündungen
Das rote, tränende Auge ist der häufigste Grund, warum Tiere mit Augenbeschwerden zu uns kommen. Dahinter steckt meistens eine Bindehautentzündung — seltener ein Fremdkörper, ein Hornhautdefekt oder eine Fehlstellung des Lids, die dauerhaft reibt. Weil die Behandlung je nach Ursache eine völlig andere ist, klären wir das erst ab und behandeln dann. Auf gut Glück tropfen bringt hier nichts.
Trockenes Auge
Produziert ein Auge zu wenig Tränenflüssigkeit, fehlt der Hornhaut ihr Schutzfilm. Typisch sind zäher Schleim im Augenwinkel, wiederkehrende Entzündungen und eine matte Hornhaut. Nachweisen lässt sich das mit einem einfachen Test, der die Tränenmenge misst. Die Behandlung ist immer lebenslänglich — dafür lässt sich das Auge damit gut stabil halten.
Grüner Star (Glaukom)
Beim Glaukom steigt der Druck im Auge. Das ist schmerzhaft, auch wenn man es dem Tier oft nicht ansieht — viele werden einfach ruhiger und ziehen sich zurück. Bei Verdacht und bei Tieren, die durch ihre Rasse oder eine Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko tragen, muss der Augeninnendruck gemessen werden. Das geht mit einem Tonometer, und das hat nicht jede unserer Praxen. Ruf deshalb vorher kurz an, dann sagen wir dir, wo du schnell Klarheit bekommst. Je früher der Druck gesenkt wird, desto besser ist die Prognose für den Erhalt der Sehkraft.
Grauer Star (Katarakt) und Linsentrübung
Wenn die Linse eintrübt, wird das Auge sichtbar milchig und dein Tier sieht schlechter. Nicht jede Trübung ist ein grauer Star — bei älteren Tieren verändert sich die Linse auch altersbedingt, ohne dass die Sehkraft stark leidet. Wir unterscheiden das, klären mögliche Auslöser (z. B. einen Diabetes mellitus) ab und besprechen mit dir, ob eine Operation sinnvoll ist. Operiert wird der graue Star von darauf eingerichteten Augenabteilungen — wir bereiten das vor und vermitteln dich weiter.

So läuft eine Augenuntersuchung bei uns ab
Zuerst erfragen wir, seit wann du Veränderungen beobachtet hast, welches Auge betroffen ist, was sich verändert hat und welche Vorerkrankungen es gibt. Du kennst dein Tier am besten, und das meiste, was uns auf die richtige Spur bringt, kommt von dir.
Dann schauen wir uns beide Augen an, auch das unauffällige — zum Vergleich. Wir prüfen die Reaktion auf Licht, messen die Tränenproduktion und färben die Hornhaut an, um Defekte sichtbar zu machen. Wo ein Tonometer vorhanden ist, messen wir zusätzlich den Augeninnendruck. Das tut nicht weh, und die meisten Tiere halten gut still.
Am Ende besprechen wir mit dir, was wir gefunden haben und was daraus folgt — und ob eine Kontrolle nötig ist, um den Verlauf zu sehen.

Vertiefte augenärztliche Weiterbildung
Die Untersuchung, Diagnostik und Behandlung am Auge gehört bei filu zur Grundversorgung — die bekommst du in jeder unserer Praxen.
An einzelnen Standorten arbeiten Tierärzt:innen mit einer Zusatzqualifikation in Augenheilkunde (GPCert Ophthalmology). Wenn ein Befund komplizierter ist oder du gezielt eine zweite Einschätzung willst, sind das die Praxen, die dir weiterhelfen. Welche das sind, siehst du auf den Standortseiten — dort steht bei jedem Team, wo die Schwerpunkte liegen.
Mein Hund hat ein rotes Auge — kann ich damit bis morgen warten?
Kommt darauf an, wie es ihm damit geht. Bei Auffälligkeiten am Auge meldest du dich auf jeden Fall bei uns. Am Telefon fragen wir nach und schätzen mit dir ein, wie dringend es ist — je nach Terminlage kommst du sofort oder erst in ein paar Stunden. Kneift er das Auge zu, reibt daran oder wirkt gedrückt, sag uns das gleich am Telefon: Schmerz am Auge ist immer ein Grund, schneller zu sein.
Darf ich Augentropfen aus der Hausapotheke geben?
Bitte nicht. Was bei einer Bindehautentzündung hilft, kann bei einem Hornhautdefekt schaden. Ohne zu wissen, was das Auge hat, ist Tropfen ein Risiko.
Mein Tier ist auf einem Auge blind — bringt eine Untersuchung noch was?
Ja. Erstens, weil sich klären lässt, ob das zweite Auge gefährdet ist. Zweitens, weil ein blindes Auge weiter schmerzen kann — dann raten wir zur Entfernung des Auges (Enukleation).
Operiert ihr auch am Auge?
Am Lid und am Lidrand ja, an einzelnen Standorten (München Schwabing, Hannover). Den grauen Star operieren wir nicht selbst — dafür arbeiten wir mit Augenabteilungen zusammen, die darauf eingerichtet sind.
Braucht mein Tier eine Narkose für die Untersuchung?
In aller Regel nicht. Die Basisuntersuchung läuft am wachen Tier. Nur wenn wir tiefer schauen müssen oder das Auge zu schmerzhaft ist, sedieren wir.